Pauschale und individuelle Beihilfe für Polizisten

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der individuellen Beihilfe beteiligt sich der Dienstherr prozentual an den Krankheitskosten (den Leistungen)
  • Bei der pauschalen Beihilfe zahlt der Dienstherr die Hälfte des Zahlbeitrages zur Krankenversicherung (den Beiträgen)
    • Trifft auf die gesetzliche Krankenversicherung zu
    • Begrenzt auch auf die private Krankenversicherung
  • Wurde sich einmal für die pauschale Beihilfe entschieden, gibt es keinen Weg zurück in die individuelle Beihilfe.

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Die Beihilfe im Überblick:

Beamte, Soldaten und Richter, sowie deren Kinder und unter Umständen auch Lebens-/Ehepartnern erhalten von der Beihilfe finanzielle Unterstützung in Bezug auf deren anfallende Krankheitskosten bzw. der Versicherungsbeiträge.

Seit dem 1. August 2018 wird in eine „individuelle“ und „pauschale“ Beihilfe unterschieden.

Individuelle Beihilfe

Die individuelle Beihilfe beteiligt sich an den anfallenden Krankheitskosten, sprich den Leistungen, sofern diese in der aktuellen Beihilfeverordnung des jeweiligen Bundeslandes stehen.

„Beihilfefähig sind grundsätzlich nur notwendige und wirtschaftlich angemessene Aufwendungen…“ (§6 Abs.1 der BbhV)

Die Höhe der Erstattung richtet sich nach dem individuellen Beihilfebemessungssatzes.

Dieser ist personengebunden und ist folgendermaßen gegliedert:

Beihilfebemessungssätze Polizei

Die Leistungen der “individuellen” Beihilfe sind länderspezifisch und sind in den Beihilferegelungen des Bundes und der Länder nachzulesen.

Die Unterschiede von Beihilfe und Heilfürsorge und jweiligen Leistunge in den einzelnen Ländern erklären wir in unserem Blogbeitrag: Die Krankenversorgung bei der Polizei

Pauschale Beihilfe

Bei der pauschalen Beihilfe fällt das System der Beihilfebemessungssätzen weg, hier beteiligt sich die Beihilfe mit 50% der Kosten einer Krankenvollversicherung, egal ob diese privat oder gesetzlich ist. Jedoch gibt es hier eine Einschränkung für die privatversicherten Beamten in der pauschalen Beihilfe. Hier orientiert sich die Beihilfe an der Hälfte der Versicherungsbeiträge, welche ein gesetzlicher Versicherter bekommen würde.

Beispiel: Petra, Landespolizistin Berlin. mittlerer Dienst

Petra ist aus persönlichen Gründen in der gesetzlichen Krankenversicherung (TK) versichert. Sie hat ein mtl.  Einkommen von:

brutto: 2.542,91 €

-> GKV-Beitrag :465,36 €

(Diese setzen sich zusammen aus: Techniker Krankenkasse 14 %, TK Zusatzbeitrag 1,6 %, Pflegeversicherung 3,05 %)

Pauschale Beihilfe : 50% – 232,68 € mtl.

Für wen könnte sich die pauschale Beihilfe lohnen?

In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Beiträge einkommensabhängig und risikounabhängig. Des weiteren kann die Familie meist beitragsfrei mitversichert werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die pauschale Beihilfe für folgenden Personengruppen interessant sein:

  • Polizisten mit Kindern und niedriger Besoldungsgruppe
  • Polizisten mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen
  • Polizisten in Teilzeit

Welche Bundesländer bieten die „pauschale Beihilfe“ an?

Aktuell haben die Bundesländer Hamburg, Bremen, Brandenburg, Thüringen und Berlin die pauschale Beihilfe eingeführt.

Da bisher nur rund 1/3 der Bundesländer das System der pauschalen Beihilfe unterstützen, kann es zu Problemen kommen, wenn ein Beamter welcher die pauschale Beihilfe gewählt hat, das Bundesland wechseln möchte. Auf der anderen Seite ist jedoch auch möglich in ein Bundesland zu wechseln in dem es die pauschale Beihilfe gibt und somit im aktiven Dienst unter dem neuen Dienstherren u.U. Anspruch auf die pauschale Beihilfe zu erhalten.

Mit der Wahl der pauschalen Beihilfe gibt der Beamte seinen Anspruch auf die individuelle Beihilfe des Dienstherren unwiderruflich auf.

Pauschale Beihilfe Bundeländer

Wann muss ich mich entscheiden?

Landespolizist Thüringen:

Während Ausbildung erhältst du die freie Heilfürsorge. Nach der Ausbildung bis du beihilfeberechtigt und kannst dich entscheiden, ob du die individuelle oder die pauschale Beihilfe nutzen möchtest.

Zum Merkblatt pauschale Beihilfe Thüringen

Landespolizist Berlin:

Während Ausbildung erhältst du die freie Heilfürsorge. Nach der Ausbildung bis du beihilfeberechtigt (außer Bereitschaftspolizei, dann erhältst Du weiterhin die freie Heilfürsorge) und kannst dich entscheiden, ob du die individuelle oder die pauschale Beihilfe nutzen möchtest.

Information zur pauschalen Beihilfe Berlin

Landespolizist Hamburg:

Während aktiven Dienstzeit erhältst du die freie Heilfürsorge. Erst mit der Pensionierung mit du beihilfeberechtigt und kannst dich entscheiden, ob du die individuelle oder die pauschale Beihilfe nutzen möchtest.

Landespolizist Brandenburg:

Während aktiven Dienstzeit erhältst du die freie Heilfürsorge. Erst mit der Pensionierung mit du beihilfeberechtigt und kannst dich entscheiden, ob du die individuelle oder die pauschale Beihilfe nutzen möchtest.

Landespolizist Bremen:

Während aktiven Dienstzeit erhältst du die freie Heilfürsorge. Erst mit der Pensionierung mit du beihilfeberechtigt und kannst dich entscheiden, ob du die individuelle oder die pauschale Beihilfe nutzen möchtest.

Die pauschale Beihilfe in Kombination mit der gesetzlichen oder der privaten Krankenversicherung

Pauschale Beihilfe mit gesetzlicher Krankenversicherung

Wenn du als Beamter freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse bist und  die „pauschale“ Beihilfe beantragst, dann hast keinen Anspruch auf eine ergänzende „individuelle“ Beihilfe.

Wählst du das Versorgungssystem Pauschale Beihilfe mit der Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse, so erwartet dich eine gesetzlich vorgeschriebene Grundversorgung. Diese hat keine garantierten Leistungen und wird ständig neu angepasst.

Pauschale Beihilfe mit privater Krankenversicherung

Hast du als Beamter eine private Krankenvollversicherung und beantragst zusätzlich die pauschale Beihilfe, dann hast du keinen Anspruch auf eine ergänzende „individuelle“ Beihilfe.

Wählst du das Versorgungssystem Pauschale Beihilfe mit einem privaten Krankenvolltarif, dann hast du die Möglichkeit deinen Krankenversicherungsschutz individuell zu gestalten. Grundsätzlich kannst du dadurch sehr viel leistungsstärkere Tarife, als ein  gesetzlich Versicherter nutzen. Es wird aber trotzdem nur maximal 50% des Beitrages im Basistarif der PKV von der pauschalen Beihilfe übernommen. Vorteil- Durch die individuelle Gestaltung des Versicherungsschutzes kannst du auf eine deutlich höhere gesundheitliche Versorgung zurückgreifen und deren Leistungen sind vertraglich garantiert, ein Leben lang.

Vorteil der pauschalen Beihilfe in der gesetzlichen Krankenkasse

  • Für Beamte mit einem niedrigen Einkommen und vielen Kindern interessant
  • Für Beamte welche aus Gesundheitsgründen nicht in der privaten Krankenversicherung aufgenommen werden können und somit in freiwillig gesetzlich versichert sind.

Bei allen genannten Absicherungssystemen besteht eine ausreichende Absicherung im Krankheitsfall. Von dieser Version können aber gerade Beamte mit niedrigen Einkommen und vielen Kindern profitieren. Da die Beiträge meist einkommensabhängig berechnet werden und Kinder und eventuell auch der Ehepartner beitragsfrei familienversichert werden können, kann eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung zusammen mit der pauschalen Beihilfe deutlich günstiger sein.

Für Beamte welche aus gesundheitlichen Gründen nicht in eine private Krankenversicherung aufgenommen werden können, bietet die pauschale Beihilfe seit 2018 die Möglichkeit die Kosten stark zu reduzieren.

Vorteil individuelle Beihilfe mit der privaten Krankenkasse

  • Ein individueller Versicherungsschutz
  • Deutlich Leistungsstärker
  • Umfangreiche vertraglich garantierte Leistungen – ein Leben lang

Es gibt einige Gründe, die für eine Kombination der “individuellen” Beihilfe mit der privaten Krankenversicherung sprechen. Zum einen hast du die Möglichkeit deinen Krankenversicherungsschutz individuell an deine Lebensumstände und Wünsche anzupassen. Die vereinbarten Leistungen werden ein lebenslang garantiert und die Leistungserbringung ist unabhängig von staatlicher Regulierung. Die Tarife der privaten Krankenkassen sind meist wesentlich leistungsstärker und du kannst von Beitragsrückerstattungen profitieren.

Fazit

Es ist wichtig, dass du dich genau über deine Möglichkeiten informierst. Denn wenn du einmal in der pauschalen Beihilfe bist, hast du keine Möglichkeiten mehr wieder in die individuelle Beihilfe zu wechseln. Beide Versorgungssysteme haben Ihre Vor- und Nachteile. Wenn du dich noch unsicher fühlst oder noch Fragen hast, dann rufe uns einfach an oder mach einen Telefontermin aus!

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