Pflegepflicht­versicherung Polizei

Für Polizeianwärter und Polizisten ist der Abschluss einer Pflegepflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Beginn der Anwartschaft muss diese nachgewiesen werden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Polizeianwärter und Beamte müssen selbstständig eine Pflegepflicht­versicherung abschließen.
  • Die (freie) Heilfürsorge beinhaltet keine Pflegepflicht­versicherung.
  • Eine Pflegezusatz­versicherung ersetzt nicht die Pflegepflicht­versicherung.
  • Die Pflegepflicht­versicherung muss innerhalb der ersten drei Monate nach Dienstantritt beim Dienstherren nachgewiesen werden.

Die Pflegepflicht­versicherung für Polizisten erklärt in 90 Sekunden!

Was ist die Pflegepflicht­­versicherung für Polizisten?

In Deutschland sind Kranken- und Pflegeleistungen voneinander getrennt. Dafür gibt es die Kranken- und die Pflegepflichtversicherung.

Die (freie) Heilfürsorge ist quasi die Krankenversicherung für die Polizisten. Sie beinhaltet allerdings keine Pflegepflicht­versicherung. Da es sich hierbei um eine Pflichtversicherung handelt, muss diese gesondert abgeschlossen werden.

Möglichkeiten zur Pflegepflicht­versicherung

Du kannst deine Pflegepflicht­versicherung sowohl bei einer gesetzlichen – als auch bei einer privaten Krankenversicherung abschließen. Die Unterschiede liegen in den Beiträgen.

Während bei der privaten Pflegepflicht­versicherung dein Eintrittsalter entscheidend für den Beitrag ist, wird bei der Pflegepflicht­versicherung der gesetzlichen Krankenkassen dein Einkommen zugrunde gelegt.

Beispiel:

Gesetzliche Krankenversicherung:

Polizeianwärter ohne Kind: Grundgehalt: 1.268,- €, Beitragssatz: 3,05 % → monatlicher Beitrag zur Pflegepflichtversicherung: 38,67 € (Stand 2022)

Private Krankenversicherung:

18-jähriger, gesunder Polizeianwärter: monatlicher Beitrag zur Pflegepflichtversicherung: 25,07 € (DVB Stand 2022)

Da alle Polizisten spätestens zur Pensionierung  die „Beihilfe“ erhalten, empfehlen wir in der Regel den Abschluss der Pflegepflicht­versicherung bei einer privaten Kranken­versicherung.

Unterschied Pflegepflicht- und Pflegezusatz­­versicherung?

Die Pflegezusatzversicherung ist, wie der Name vermuten lässt, eine ergänzende Versicherung zur Pflegepflichtversicherung.

Diese Unterschiede sind besonders für Polizisten zu beachten. Diese müssen in den ersten drei Monaten eine Pflegepflicht­versicherung bei ihrer Dienststelle nachweisen. Leider kommt es häufig vor, dass junge Polizeianwärter versehentlich eine Pflegezusatz­versicherung abgeschlossen haben.
Da die Pflegezusatz­versicherung die gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflicht­versicherung nicht ersetzen kann, kann das Fehlen einer Pflegepflicht­versicherung schwere Folgen haben: Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit. Für diese kann ein Bußgeld von bis zu 2.500,- € fällig werden.

Da die Kosten im Pflegefall, die Leistungen der Pflegepflicht­versicherung häufig überschreitet – kann der Abschluss einer Pflegezusatz­versicherung sinnvoll sein.

Was leistet die Pflegepflicht­­versicherung?

Die Leistungen der Pflegepflicht­versicherung Polizei sind in Deutschland gesetzlich festgeschrieben (Sozialgesetzbuch XI) und damit grundsätzlich immer gleich.

Pflege durch:Angehörigeamb. PflegedienstPflegeheim
Pflegegrad 10,- €0,- €125,- €
Pflegegrad 2316,- €724,- €770,- €
Pflegegrad 3545,- €1263,- €1262,- €
Pflegegrad 4728,- €1693,- €1775,- €
Pflegegrad 5901,- €2ß95,- €2005,- €

Wo kann ich die Pflegepflicht­­versicherung abschließen?

Zwar bieten alle Krankenversicherungen in Deutschland auch eine Pflegepflichtversicherung an, jedoch solltest du dich für einen Versicherer mit einer Spezialisierung auf die Bedürfnisse und Besonderheiten von Polizeianwärtern und Beamten entscheiden .

Folgende Gesellschaften haben eine große Erfahrung in der Krankenversicherung für Beamte :

  • Allianz
  • Bayerische Beamtenversicherung
  • Continentale
  • dbv – Deutsche Beamtenversicherung
  • Debeka
  • Nürnberger
  • Signal Iduna

Unser Empfehlung zur Pflegepflicht­versicherung für Polizei-  und Kommissaranwärter

Dabei sind besonders die DBV und die Signal Iduna  hier hervorzuheben. Sie bieten Spezialtarife an, welche auf die Besonderheiten von Polizisten und Polizeianwärtern zugeschnitten sind.

Welche Versicherungen sind für einen Polizeianwärter noch wichtig?

Versicherungsbausteine für Polizeianwärter

Hier kannst Du unsere einfache Versicherungscheckliste für Polizeianwärter herunterladen:

Besonderheiten der Bundesländer

Als Polizeianwärter erhälst du je nach Bundesland die freie Heilfürsorge oder du bist beihilfeberechtigt. Die Einzelheiten und Unterschiede je nach Bundesland werden in der folgenden Tabelle gelistet.

Krankenversorgung

  • Heilfürsorge oder Beihilfe (Tätigkeitsabhängig)

Zahn

  • Bei Heilfürsorgeberechtigten, die eine Regelversorgung im Sinne des § 56 SGB V erhalten, werden die tatsächlichen Kosten der Regelversorgung übernommen. Hiervon sind u.a. die Mehrkosten durch hochwertigen Zahnersatz ausgenommen. Die Bundesheilfürsorge zahlt 1x pro Jahr für professionelle Zahnreinigung

Stationär

  • Bundespolizisten in der freien Heilfürsorge haben Anspruch auf stationäre Wahlleistungen*). Hierbei wird bei Abzug von 14,50 € pro Tag vorgenommen

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten aus Baden Württemberg haben nur dann einen Anspruch auf eine Beihilfegewährung (zu 50% bei Heilfürsorgeempfängern) zu den Aufwendungen für Wahlleistungen, wenn der Beihilfeberechtigte hierfür 22 Euro monatlich leistet. In diesem Beitrag sind auch alle berücksichtigungsfähigen Angehörigen (Ehegattin/Ehegatte, eingetragene/r Lebenspartner/in, Kinder) eingeschlossen.

Der Heilfürsorgeberechtigte muss innerhalb einer Frist von fünf Monaten, gegenüber dem Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg erklären, ob er Beihilfe zu den Aufwendungen für Wahlleistungen ab Beginn in Anspruch nehmen will oder nicht.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Bayern in der freien Heilfürsorge haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).
  • Polizisten in Bayern in der Beihilfe haben Anspruch auf Wahlleistungen. Hierbei wird ein Abzug von 7,50 € pro Tag bei Beanspruchung des Zweibettzimmers und 25,-€ pro Tag bei privatärztlicher Behandlung, vorgenommen.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Beihilfe (Heilfürsorge für den mittleren Dienst)

Stationär

  • Polizisten in Berlin in der freien Heilfürsorge haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).
  • Polizisten in Berlin in der Beihilfe haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*). Es erfolgt eine Abzug von 10,-€ pro Tag im Krankenhaus.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Brandenburg in der freien Heilfürsorge haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).
  • Polizisten in Brandenburg in der Beihilfe haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*). Es erfolgt eine Abzug von 10,-€ pro Tag im Krankenhaus.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Bremen haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*). Es erfolgt eine Abzug von 10,-€ pro Tag im Krankenhaus.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Hamburg haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*). Es erfolgt eine Abzug von 10,-€ pro Tag im Krankenhaus.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Beihilfe

Stationär

  • Polizisten aus Hessen haben nur dann einen Anspruch auf eine Beihilfegewährung zu den Aufwendungen für Wahlleistungen, wenn der Beihilfeberechtigte hierfür 18,90 Euro monatlich leistet. In diesem Beitrag sind auch alle berücksichtigungsfähigen Angehörigen (Ehegattin/Ehegatte, eingetragene/r Lebenspartner/in, Kinder) eingeschlossen.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Mecklenburg Vorpommern haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*). Es erfolgt eine Abzug von 10,-€ pro Tag im Krankenhaus.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Niedersachsen haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in NRW haben Anspruch auf Wahlleistungen. (50% – 70% je nach Anzahl der Kinder). Hierbei wird ein Abzug von 15 € pro Tag bei Anspruchnahme des Zweibettzimmers und 10,-€ pro Tag bei privatärztlicher Behandlung, vorgenommen.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Beihilfe

Stationär

  • Polizisten aus Rheinland Pfalz haben nur dann einen Anspruch auf eine Beihilfegewährung (zu 50% bei Heilfürsorgeempfängern) zu den Aufwendungen für Wahlleistungen, wenn der Beihilfeberechtigte hierfür 26 Euro monatlich leistet. In diesem Beitrag sind auch alle berücksichtigungsfähigen Angehörigen (Ehegattin/Ehegatte, eingetragene/r Lebenspartner/in, Kinder) eingeschlossen.
  • Bei Anspruchnahme des Zweibettzimmers werden 12,-€ pro Tag in Abzug gebracht

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Beihilfe

Stationär

  • Polizisten im Saarland haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten im Sachsen haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Sachsen-Anhalt haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*). Es erfolgt eine Abzug von 10,-€ pro Tag im Krankenhaus.

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Schleswig-Holstein haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).

Krankenversorgung

  • Polizeianwärter: Heilfürsorge

Stationär

  • Polizisten in Thüringen mit freier Heilfürsorge haben keinen Anspruch auf Wahlleistungen*).
  • Polizisten in Thüringen in der Beihilfe haben Anspruch auf Wahlleistungen. Hierbei wird ein Abzug von 7,50 € pro Tag bei Anspruchnahme des Zweibettzimmers und 25,-€ pro Tag bei privatärztlicher Behandlung, vorgenommen.

*) Wahlleistungen sind in der Regel Extraleistungen im Krankenhaus. Diese gehen über die medizinisch notwendige Versorgung hinaus. Dazu gehören zum Beispiel die Chefarztbehandlung und/oder die Unterbringen in einem Zweibettzimmer.

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