Die Dienstunfähigkeits­versicherung für Polizisten

Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist der Berufsunfähigkeitsschutz für Polizisten. Versichert wird das Eintreten einer Dienstunfähigkeit. Warum diese Versicherung für Polizeianwärter existenziell ist, wie sie aufgebaut ist und funktioniert, wird auf dieser Seite erklärt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Überpropotional viele Polizisten werden im Laufe Ihres Arbeitslebens dienstunfähig.
  • Polizisten auf Lebenszeit erhalten, wenn sie dienstunfähig werden, ein Ruhegehalt. Dies gilt jedoch erst, wenn sie seit min. 5 Jahren verbeamtet sind.
  • Das Ruhegehalt steigt erst mit den Jahren bis auf max. 71,75 % des letzten Gehalts an. Die Dienstunfähig­keits­versiche­rung ergänzt den staatlichen Schutz und schließt die finanzielle Lücke.
  • Polizeianwärter und Polizisten auf Probe werden in der Regel bei einer Dienstunfähigkeit entlassen und stehen ohne Absicherung da!
  • Die Dienstunfähigkeitsversicherung sichert somit die eigene Existenz während der Dienstzeit.

Die Dienstunfähigkeits­versicherung erklärt in 90 Sekunden

Die TOP Dienstunfähigkeits­­versicherungen für Polizisten im Vergleich

Wann wird ein Polizist dienstunfähig?

Wenn ein Polizist seinen Dienst aufgrund des körperlichen Zustands oder aus gesundheitlichen Gründen dauernd nicht mehr ausüben kann, dann ist er dienstunfähig.  Als dienstunfähig kann der Polizist auch dann angesehen werden, wenn er infolge einer Erkrankung innerhalb eines Zeitraumes von 6 Monaten mehr als 3 Monate keinen Dienst getan hat und keine Aussicht besteht, dass er innerhalb weiterer 6 Monate wieder voll arbeitsfähig ist.

Bei Vollzugsbeamten gibt es längere Fristen. In dieser Situation leistet die Dienstunfähigkeitsversicherung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat hiervon abweichende Leistungsvoraussetzungen.
Durch gesetzliche Rahmenbedingungen ist der Dienstherr jetzt verpflichtet, die Möglichkeit der Teildienstfähigkeit (begrenzte Dienstfähigkeit) zu prüfen. Dies hat zur Folge, dass die Arbeitszeit und das Einkommen entsprechend reduziert werden.

Gründe für eine Dienstunfähigkeit

Überpropotional viele Polizisten werden im Laufe Ihres Arbeitslebens dienstunfähig. Oft häufen sich bestimmte Gründe warum Polizisten Dienstunfähig werden und dabei spielen Unfälle, welche im Dienst passieren, meist nur eine geringe Rolle. In dem folgenden Bild sind die häufigsten Gründe aufgeführt:

Gründe für eine Dienstunfähigkeit bei Polizisten

Was leistet eine Dienstunfähigkeits­versicherung?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung für Polizisten zahlt, wenn der Amtsarzt eine Dienstunfähigkeit festgestellt hat, in der vorher festgelegten Höhe. Die Höhe der Absicherung kann dabei in gewissen Grenzen festgelegt werden und sollte der entstehenden Versorgungslücke entsprechend gewählt werden.

Dabei gilt der Grundsatz, dass ein Polizist sich aufgrund einer Dienstunfähigkeit nicht finanziell besser stellt, als vorher.

Wie ist eine Dienstunfähigkeits­versicherung für Polizisten aufgebaut?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung für Polizisten hat in der Regel einen zweistufigen Aufbau. Die beiden Teile werden Kurz- bzw. Langläufer genannt. Der Kurzläufer läuft nur in Phase I, meistens die ersten 5 Jahre, der Langläufer über den kompletten Versicherungszeitraum. In Phase I werden bei einer Dienstunfähigkeit die Rentenbeträge aus Kurz- und Langläufer addiert bezahlt, da in der Zeit als Polizeianwärter und als Beamter auf Probe die Versorgungslücke am größten ist. In der anschließenden Phase II zahlt bei einer Dienstunfähigkeit der Langläufer die DU-Rente. In dieser Phase ist die Versorgungslücke aufgrund des staatlichen Schutzes geringer.

Polizeianwärter haben keinen Schutz bei Dienstunfähigkeit!

Polizeianwärter sind „Beamte auf Widerruf (BaW)“ und haben in der Regel keinen Versorgungsanspruch bei Dienstunfähigkeit. Der Betroffene wird entlassen (Ausnahme Dienstunfall). Dies führt in der Regel zum Verlust aller beamtenrechtlichen Versorgungsansprüche. Es erfolgt eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese prüft, ob eine Wartezeit von mindestens fünf Jahren erfüllt ist und ob eine sogenannte Erwerbsminderung vorliegt. Das ist in der Regel nicht der Fall.

Versorgungsanspruch bei Dienstunfähigkeit eines Polizisten

INFO Erwerbsminderung

Es wird unterschieden zwischen voller und teilweiser Erwerbsminderung. In beiden Fällen wird geprüft, ob der Betroffene eine beliebige andere Tätigkeit ausüben kann.

Teilweise Erwerbsminderung

Teilweise Erwerbsminderung bei einer Arbeitsfähigkeit von drei bis sechs Stunden pro Tag

Volle Erwerbsminderung

Volle Erwerbsminderung bei einer Arbeitsfähigkeit von weniger als drei Stunden pro Tag

Solltest du Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente haben, wirst du schnell feststellen, dass diese nicht annähernd ausreicht, um deinen
aktuellen Lebensstandard zu halten. Bei „Beamten auf Lebenszeit“ besteht ein Anspruch auf Mindestversorgung erst nach 5 Dienstjahren. Wenn Polizisten während Ihrer aktiven Dienstzeit dienstunfähig werden, wächst Ihr Ruhegehalt (Pension) nicht weiter. Daher ist sinnvoll die Dienstunfähigkeitsversicherung mit einer dynamischen Rente zu koppeln.

Wie hoch sollte eine Dienstunfähigkeits­versicherung abgeschlossen sein?

Mit dem Eintritt einer Dienstunfähigkeit entsteht für die Betroffenen eine Versorgungslücke. Diese ist für Polizeianwärter und Polizisten auf Probe besonders hoch, da diese in der Regel bei einer Dienstunfähigkeit entlassen werden und keine Absicherung haben. Im schlimmsten Fall droht hier sogar Hartz IV!

Die Höhe der Dienstunfähigkeitsversicherung sollte an der potenziellen Versorgungslucke ausgerichtet werden.

Hier ein Rechenbeispiel:

  • Polizeianwärter/Polizist auf Probe (mittlerer Dienst. Phase I): Gehalt (netto) = ca. 1.000 € / Mindestversorgung: 0 € / Versorgungslücke bei DU: 1.000 €
  • Beamter auf Lebenszeit (mittlerer Dienst, Phase II): Gehalt (1. Jahr, netto) = ca. 2.200 € / Mindestversorgung: 1.700 € / Versorgungslücke bei DU: 500 €

In diesem Beispiel ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit einer DU-Rente im Kurz- und Langläufer von jeweils 500 € zu empfehlen. In Phase I addieren sich die Summen der beiden Versicherungsbestandteile und schließen die Versorgungslücke von 1.000 €. In Phase II zahlt der Langläufer und schließt ebenfalls die dann niedrigere Versorgungslücke von 500 €. Somit wäre die versicherte Person im Falle einer Dienstunfähigkeit optimal abgesichert.

Unterschied Dienstunfähigkeits­versicherung und Berufsunfähigkeits­versicherung

In den meisten Fällen ist die Basis einer Dienstunfähigkeitsversicherung eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese Berufunfähigkeitsversicherung beinhaltet eine Dienstunfähigkeitsklausel. Diese ist notwendig, da ein dienstunfähiger Polizist noch lange nicht berufsunfähig ist. Im Falle einer Dienstunfähigkeit würde sich der Versicherte diese bei seinem Amtsarzt bescheinigen lassen. Hat der Versicherte nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Dienstunfähigkeitsklausel, wird die Versicherung eine Prüfung auf Berufsunfähigkeit durch einen eigenen Arzt veranlassen. Stellt dieser keine Berufsunfähigkeit fest, zahlt die Versicherung nicht.

Hat die Berufsunfähigkeitsversicherung eine echte Dienstunfähigkeitsklausel unterwirft sich der Versicherer dem Votum des Amtsartztes und veranlasst keine Prüfung auf Berufsunfähigkeit. Die DU-Rente wird bezahlt.

Vorschaubild für Unfallversicherung

Was sind die Dienstunfähigkeits­klauseln?

Bei den Dienstunfähigkeitsklauseln gibt es wichtige Unterschiede, die zu beachten sind. Es existieren echte, unechte sowie spezielle Dienstunfähigkeitsklauseln.

echte Dienstunfähigkeitsklausel

Die so genannte echte DU-Klausel wird auch Beamtenklausel genannt. Wichtig ist, dass die Dienstunfähigkeitsklausel vollständig ist. Sonst besteht unter Umständen die Gefahr, dass man im schlimmsten Fall keine Leistung erhält.

Beispiel einer echten Dienstunfähigkeitsklausel

…..allgemeine Dienstunfähigkeit im Sinne dieser Versicherung liegt vor, wenn die versicherte Person als Beamter wegen festgestellter allgemeiner Dienstunfähigkeit entlassen bzw. in den Ruhestand versetzt worden ist. Die Feststellung der allgemeinen Dienstunfähigkeit kann durch einen Amtsarzt oder einen vom Dienstherrn beauftragten medizinischen Gutachter erfolgen. Die versicherte Leistung wird ab dem Zeitpunkt der Entlassung bzw. der Versetzung in den Ruhestand gezahlt…..

unechte Dienstunfähigkeitsklausel

Mit einer unechten Dienst­unfähig­keits­klausel ist meist einfach eine übliche Definition von Berufsunfähigkeit gemeint, bei der sich beispielsweise folgender Satz anschließt: „Wird ein Beamter wegen Dienstunfähigkeit in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, beurteilt sich die Berufsunfähigkeit des versicherten Beamten nach Satz 1.“ Steht ein solcher Satz nach der Definition von Berufsunfähigkeit, bedeutet das für den Beamten, dass er die BU-Rente nur erhält, wenn neben der Dienstunfähigkeit auch eine Berufsunfähigkeit besteht.

spezielle Dienstunfähigkeitsklausel

Beispiel einer einer speziellen Dienstunfähigkeitsklausel

Bei einem versicherten Beamten auf Lebenszeit leisten wir in Abänderung der ihrem Vertrag zu Grunde liegenden „Versicherungsbedingungen für die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung mit Einschluss des allgemeinen Dienstunfähigkeitsrisikos“ (BV) / „Allgemeinen Bedingungen für die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung mit Einschluss des allgemeinen Dienstunfähigkeitsrisikos“ (BUZ) auch, wenn der versicherte Beamte wegen festgestellter spezieller Dienstunfähigkeit vor Erreichen der gesetzlich vorgeschriebenen Altersgrenze in den Ruhestand versetzt worden ist und solange Ruhegehalt oder ein Unterhaltsbeitrag im Sinn des Beamtenversorgungsgesetzes bezogen wird, was uns durch den fortlaufenden Erhalt von Bezügen nach dem Beamtenversorgungsgesetz nachzuweisen ist.

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